
01.07.26 –
Hürth geht beim Solarausbau erneut voran. Gemeinsam mit der CDU-Fraktion bringen die Grünen zur Hauptausschusssitzung am 30. Juni 2026 einen Antrag ein, der die Photovoltaik-Pflicht bei städtischen Grundstücksverkäufen von 35 auf 40 Prozent der nutzbaren Dachfläche anhebt.
Der Hintergrund: Die novellierte Landesbauordnung NRW schreibt seit Januar 2025 für Wohngebäude-Neubauten und seit 2026 auch für vollständige Dachsanierungen mindestens 30 Prozent PV-Belegung vor. Hürth hatte auf Initiative der Grünen diesen Maßstab bereits im April 2021 vorweggenommen – und legt jetzt nach: Die Stadt hebt die Messlatte auf 40 Prozent an.
Hendrik Fuchs, Fraktionsvorsitzender der Hürther Grünen, erklärt: „Wer in Hürth ein städtisches Grundstück kauft, übernimmt Verantwortung für das Klima – und die wollen wir zusätzlich verankern."
Für die Grünen ist der Schritt mehr als Symbolpolitik: Er untermauert das mit breiter Mehrheit beschlossene Hürther Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept, das den Ausbau lokaler PV-Anlagen als Ziel festschreibt, mit konkreter Verbindlichkeit. Gleichzeitig ist die Maßnahme wirtschaftlich vernünftig – die Amortisationszeit einer PV-Anlage liegt nach aktuellen Berechnungen bei 10 bis 15 Jahren: ein klares Plus für Eigentümer und Umwelt gleichermaßen. Die bewährten Ausnahmeregelungen bleiben erhalten: „Wer eine Solarthermieanlage betreibt, wirtschaftliche Unzumutbarkeit nachweist oder durch andere technische Lösungen auf dem Grundstück klimaneutral Strom in gleicher Größenordnung erzeugt, ist von der Pflicht befreit", erläutert Ratsmitglied Thorsten Steckstor.
Clemens Cochius, Fraktionsgeschäftsführer der Hürther Grünen, sieht in dem Antrag auch ein Zeichen der Planungssicherheit: „Grundstücksverkäufe sind der stärkste kommunale Hebel für mehr Solarstrom in Hürth – und den nutzen wir konsequent. Käufer und Investoren wissen von Anfang an, was auf sie zukommt." Für Cochius zeigt der Antrag, dass Hürth auch nach dem NRW-Gesetz eigene Akzente setzt: „Wir sind überzeugt: Unsere Klimaziele verlangen mehr."
Fuchs zieht das Fazit: „Hürth war Vorreiter – und bleibt es. Am 30. Juni haben wir für Dächer gestimmt, die jahrzehntelang Strom erzeugen. Das ist Klimapolitik mit Weitblick."
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