04.09.2019

Von: Inge Cürten-Noack

Alles gut für Radfahrer? oder: Retten, was zu retten ist

Die Umgehungsstraße B265n über den Kendenicher Hang ist eröffnet und man sieht: alles gut für die Autofahrer. Nicht so einfach ist es für Fußgänger und Radfahrer, die eine veraltete Planung von vor ca. dreißig Jahren vorfinden. Daher haben die GRÜNEN eine Anfrage für den zuständigen Ausschuss gestellt, die diese Probleme beleuchtet und das Ziel hat, noch einige Verbesserungen zu erreichen.

Ganz hautnah erfahren Fußgänger und Radfahrer die Unzulänglichkeit der Weggestaltung. Sie werden auf eine viel zu schmale Querungsbrücke gedrängt, und finden jeweils an den Einmündungen bauliche Extravaganzen vor, die ihrer Sicherheit dienen sollen, aber mit Bequemlichkeit des Autofahrens zu erklären sind. Da gibt es eine doppelt versetzte Querungshilfe an der Bonnstraße, an der sich Radfahrer und Fußgänger mitten auf dem Weg begegnen müssen, denn auch ein Rad hat eine Schleppkurve und kann nicht im rechten Winkel abbiegen. Es fehlt Aufstellungsfläche, wenn gewartet werden muss. Shared space auf Kosten der Radler?

Das nächste Hindernis bergauf ist die Ampel an der Einmündung des Zubringers zum kleinen Gewerbegebiet. Fußgänger müssen warten, obwohl hier nur selten ein Auto heraus kommt. Hier könnte eine Induktionsschleife eingebaut werden, die bei Bedarf auf Grün schaltet. Und die Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad einkaufen gehen können ihren Weg fortsetzen. Sie müssen ohnehin dann noch die Bushaltestelle überqueren, die natürlich dafür gedacht ist, dass dort Menschen warten und voraussichtlich auch auf dem Weg.

An der Einmündung Eschweiler Straße gibt es eine Mittelinsel zusätzlich zur Ampel. Was es nicht gibt ist eine Führung für Radfahrer, die in das FMZ einbiegen wollen. Sie müssen nach der zweiten Ampel absteigen, um die Ampel schiebend zu umgehen. Auch bei der Ausfahrt aus dem FMZ haben sie keine Möglichkeit wieder auf den Radweg zu kommen ohne abzusteigen. Die Eschweiler Straße ist zu schmal, um in einem Bogen abzubiegen.

Inge Cürten-Noack, Ratsmitglied: „Dass diese veraltete Planung so umgesetzt wurde lässt erkennen, dass die steigende Bedeutung des Radverkehrs nicht im Fokus der Planer ist. Die einzige Neuerung sind Einbauten für Blinde und Rollstuhlfahrer. Das ist ein Fortschritt. Die jetzige Gestaltung wird auf Jahrzehnte ein Ärgernis sein, wenn nicht noch etwas geändert wird. Wir wollen versuchen zu retten was zu retten ist.“

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