
18.04.23 –
Der Anteil der Bau- und Abbruchsabfälle an der Gesamtmenge von Abfall ist hoch, er liegt in Deutschland derzeit bei rund 55%. Daran lässt sich etwas ändern.
„Eine Möglichkeit, Bauabfälle zu vermeiden, ist zum Beispiel die Einrichtung einer Baustoffbörse, bei der Bauteile und Baustoffe, die auch nach einem Rückbau noch brauchbar sind, weitervermittelt werden. Dadurch spart man CO2 und schont die Ressourcen“, findet Katja Steckstor, sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Kultur, Sport und Bäder und Initiatorin des Arbeitskreises Bauteilbörse der Grünen. Im Zuge intensiver Recherchen wurde hierzu der Kontakt mit der Firma Concular aufgenommen.
Concular arbeitet seit Jahren daran, die Baubranche ressourceneffizienter werden zu lassen, indem man das Potenzial beim Abriss oder Renovierung von Bestandsgebäuden besser nutzt. So werden vorhandene Materialien (zum Beispiel Fassaden, Systemwände, Stahlträger, Fenster, Treppengeländer usw.) vor einem Gebäudeabriss bewertet, digital erfasst und dann weiter veräußert. Das ist nicht nur gut für den CO2-Fußabdruck und die zirkuläre Wertschöpfungskette, es spart beispielsweise auch Entsorgungskosten. „Zerstörung und Abtransport von brauchbarem Baumaterial auf Deponien ist nicht mehr zeitgemäß vor dem Hintergrund, dass Abbruchabfälle über die Hälfte des deutschen Abfalls ausmachen. Die Idee von Concular sollte auch in Hürth genutzt werden“, meinte Inge Cürten-Noack, Mitglied im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr des Stadtrats in Hürth.
Um diese Idee voranzubringen, hatte der Arbeitskreis Bauteilbörse zu einem virtuellen Meeting mit der Firma Concular eingeladen. Hierbei nahmen auch Dirk Breuer, der Hürther Bürgermeister, Ralf Ritter, Beigeordneter aus dem Dezernat für Bauen und Umwelt der Stadt Brühl und Christine Berndt, Leiterin vom Amt für technischen Umweltschutz im Rhein- Erft-Kreis, teil. Es fand ein reger Austausch statt, auch wurden mögliche Projekte angesprochen. „Es wäre toll, wenn diese Vorgehensweise bei der künftigen Planung von Abriss und Neubau in Hürth und im gesamten Rhein-Erft-Kreis Berücksichtigung findet“, lautet das Fazit von Katja Steckstor nach dem Meeting.
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